
Gnadenkapelle
Die Gnadenkapelle ist die Hauptsehenswürdigkeit im Stadtzentrum von Altötting. Die heutige Kapelle entstand in mehreren Bauphasen. Um 750 entstand das Innere der Kapelle, ein Oktogon (achtseitiger Zentralbau). Ursprünglich war diese Kirche eine Taufkapelle. Sie ist eine der ältesten Zentralbauten in Deutschland. An das Oktogon wurde 1494 die Äußere Kapelle, das Langhaus angefügt und im Jahre 1517 entstand der Bogenumgang. Der Umgang ist bedeckt mit ca. 2000 Votivbildern aus mehreren Jahrhunderten. Seit 1489 findet hier die Wallfahrt zur „Schwarzen Madonna“ statt nachdem von zwei Heilungswundern berichtet wurde. Das Gnadenbild, eine stehende Muttergottesfigur mit dem Kind, ist eine aus Lindenholz geschnitzte, ca.70 cm hohe Figur, die um1330 entstand. Die Madonna, die in prunkvollen Gewändern gehüllt ist wurde durch den Kerzenrauch vieler Jahrhunderte zur Schwarzen Muttergottes. Ebenfalls im Inneren des Oktogons befinden sich 21 silbernen Herzurnen von bedeutenden Persönlichkeiten aus dem Hause Wittelsbach, unter ihnen sämtliche Kurfürsten und Könige bis zu Ludwig III sowie die Herzurne des kaiserlichen Feldherren Tilly. In der Kapelle rechts am Altar kniend befindet sich die Figur des Silberprinzen. Es ist die Silberstatue des zehnjährigen Kurprinzen Max II. Joseph in einer Rokoko- Rüstung, die Kurfürst Karl Albrecht zum Dank der Genesung seines Sohnes 1737 stiftete. Diese kostbare Silberarbeit wurde vom niederländischen Meister Wilhelm de Groff geschaffen.
Adresse:
Tillyplatz
84503 Altötting
Karte:
Seiten-Nr.: 611, Stand: 15.05.2007