
Deutsches Historisches Museum
Das Zeughaus in Berlin ist das älteste und auch schönste Gebäude an der berühmten Prachtstraße Unter den Linden. Im Jahre 1695 begann man mit dem Bau des Zeughauses. Der erste Baumeister war Johann Arnold Nering, der schon mit der Planung beauftragt war. Nach dessen frühen Tod übernahm 1695 Martin Grünberg die Bauleitung, ihm folgte Andreas Schlüter und ab 1699 führte Jean de Bodt die Arbeiten fort. Im Jahre 1706 wurde das Hauptportal vollendet. Die Arbeiten am Gebäude waren noch nicht vollständig beendet. Sie gerieten immer wieder ins stocken. Erst 1730 konnte das Zeughaus seiner Bestimmung übergeben werden. Erbaut wurde es als Waffenarsenal und es diente auch als Aufbewahrungslager für Kriegsbeute und Trophäen bis 1876. Eine umfangreiche Umgestaltung des Gebäudes unter Leitung von Karl Friedrich Schinkel begann nach 1815.
Im Jahre 1828 wurde im Zeughaus eine Königliche Waffen- und Modellsammlung eingerichtet, die die Öffentlichkeit ab 1831 besichtigen konnte. 1877-1881 wurde das Zeughaus im Inneren zur Ruhmeshalle der brandenburgisch-preußischen Armee und zum Militärmuseum umgebaut. Diese Arbeiten leitete Friedrich Hitzig. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Zeughaus schwer beschädigt. In den Jahren 1948-1965 wurde es wieder aufgebaut. Zu DDR-Zeiten war hier das Museum für Deutsche Geschichte untergebracht. Seit 1991 befindet sich im Zeughaus das Deutsche Historische Museum.
Besonders sehenswert sind im Innenhof die bildhauerischen Arbeiten Schlüters, insbesondere die 22 Masken “Der sterbenden Krieger“. Sie gehören zu den wenigen Skulpturen am Zeughaus, die über dreihundert Jahre hinweg fast unbeschädigt geblieben sind.
Deutsches Historisches Museum (DHM)
Das Deutsche Historische Museum(DHM)in Berlin befindet sich im Zeughaus an der Straße Unter den Linden.
Am 28.Oktober 1987 wurde das Museum(DHM), anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin, im Reichstagsgebäude im damaligen Westberlin gegründet. Bei der Wiedervereinigung erhielt das Deutsche Historische Museum das Zeughaus mit dem darin befindlichen Museum für Deutsche Geschichte. Die ersten Ausstellungen im Zeughaus fanden im September 1991 statt. In den Jahren 1998 bis April 2004 war das Zeughaus wegen Umbauarbeiten und Erweiterung geschlossen. Die neue Dauerausstellung wurde am 2.Juni 2006 eröffnet.
Auf einer Fläche von etwa 7.500 Quadratmeter und zwei Stockwerken können sich die Besucher über die Epochen der deutschen Geschichte in ihrem europäischen Zusammenhang informieren. An hand von mehr als 8 000 historischen Exponaten werden vom Beginn des 1. Jahrhundert n.Chr. bis in die Gegenwart politische, soziale und wirtschaftliche Aspekte der deutschen Geschichte im europäischen Kontext beleuchtet. Das Konzept des Museums basiert auf Aufklärung und Verständigung der deutschen Geschichte im europäischen Zusammenhang. Dabei bilden die Epochenräume den Kern der Ausstellung, wo die Besucher den Anfängen der deutschen Geschichte bis in die Gegenwart geführt werden.
Im Hof des Deutschen Historischen Museums befindet sich der moderne Erweitungsbau. Geschaffen wurde der Bau vom chinesisch-amerikanischen Architekten Ieoh Ming Pei. Seit Mai 2003 werden hier auf einer Fläche von 2.700 Quadratmetern verschiedene Wechselausstellungen gezeigt.
Das Deutsche Historische Museum in Berlin gehört zu den Meistbesuchtesten Museen der Stadt.
Adresse:
Deutsches Historisches Museum
Unter den Linden 2
10117 Berlin
Tel.: (030) 20304 444
http://www.dhm.de
Karte:
Seiten-Nr.: 703, Stand: 03.01.2007