Nikolaiviertel - Nikolaikirche

Nikolaikirche
Nikolaikirche
Die Nikolaikirche in Berlin – Mitte befindet sich im Nikolaiviertel. Sie ist das älteste erhaltene Bauwerk Berlins. Die Nikolaikirche war die erste und bedeutendste Pfarrkirche des mittelalterlichen Berlin. Der Name der Kirche bezieht sich auf Nikolaus, dem Bischof von Myra, der als Patron der Schiffer, Kaufleute und Bäcker gilt. Erbaut wurde sie vermutlich um 1230 als dreischiffige, spätromanische Pfeilerbasilika aus Feldsteinen. Der einzige noch erhaltene Teil aus dieser Zeit ist der viergeschossige Unterbau des Westturms. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche stammt aus dem Jahre 1264. Im laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mehrfach umgebaut und erweitert. Nach dem Umbau am Ende des 13.Jhd. entstand eine der frühesten Hallenkirchen der Mark. Bei Umbauarbeiten im 14./15.Jhd. wurde der heutige Umgangschor geschaffen, die Liebfrauenkapelle ans Langhaus angefügt und das Langhaus in Fortführung des Choraufbaues neu errichtet. Die Nikolaikirche wurde als spätgotische Backsteinkirche erneuert. Zu Beginn des 16.Jhd. wurde die Chornordseite durch einen schlichten zweigeschossigen Anbau erweitert. Diesen nutzte man später als Sakristei und Bibliothek. Im 17./18. Jhd. wurde die Kirche vom Renaissancestil umgestaltet in Barockstil. Die Nikolaikirche erhielt Emporen und einen neuen Altar. In den Jahren 1876-1878 wurde die Kirche unter Leitung von Hermann Blankenstein restauriert. Er errichtete auch in dieser Zeit die neugotischen Backsteintürme mit zwei Helmspitzen über dem alten Westturmbau. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Nikolaikirche schwer zerstört. Diese Schäden beseitigte man erst 1981-1987 zur 750-Jahr-Feier Berlins. Rekonstruiert wurde der Innenraum an hand weniger Gewölbereste in der ursprünglichen Farbigkeit, nach den Erstfassungen aus spätgotischer Zeit. Besonders sehenswert im Inneren der Kirche ist die hochbarocke Orgel des Leipziger Orgelbauers Christoph Donat, die reich verzierte Holzemporen mit der Doppelwendeltreppe und die Sandsteinkanzel des Torgauer Bildbauers Andreas Schultze.

Heute dient die Nikolaikirche als sakrales Museum und es werden dort Konzerte aufgeführt. Das sakrale Museum in der Nikolaikirche wurde 1987 eröffnet. Im Museum werden verschiedene sakrale Textilien und Plastiken des 14.-16. Jahrhunderts aus Berlin und der Mark Brandenburg ausgestellt. Weiterhin werden sehenswerte Grabstätten bedeutender Berliner Persönlichkeiten gezeigt und man erfährt etwas über die bewegte Baugeschichte der Kirche.

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Seiten-Nr.: 691, Stand: 03.01.2007
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