Kloster Au

Kloster Au
Kloster Au
Das geistliche Leben begann in Au am Inn im 8.Jhd. Die Mönche Baldung und Hrodbert gründeten um 784 hier eine Zelle. Das Benediktinerkloster erlosch im 10.Jhd. und der Besitz ging in den Salzburger Domstift über. Eine neue klösterliche Gemeinschaft entstand nachdem der Graf Kuno von Mögling das Klostergut durch eine Stiftung vergrößerte. Um 1122 wurde dann durch den Erzbischof Konrad I. von Salzburg ein Augustinerchorherrenstift gegründet. 1133 wurde die Kirche geweiht und erhielt Reliquien der Heiligen Felicitas und Vitalis. Der erste Kirchenbau blieb nicht erhalten. Die Anlage wurde immer wieder durch Brände zerstört. Nach 1686 begann man mit dem Neubau der Kirche und der Klostergebäude. Ab 1687 wurde der begonnene Bau unter dem Graubündner Baumeister Domenico Cristoforo Zuccalli weitergeführt und bis 1711 entstand im Stil des Barock eine weitläufige, schlossartige Anlage mit drei Innenhöfen. Erst Mitte des 18. Jhd. war die die Innenausstattung mit der reichen Stuckverzierung und den Fresken vollendet. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1803 aufgelöst. Die ehemalige Stiftskirche wurde Pfarrkirche und die Gebäude des Konvents gingen in Privatbesitz über. Im Jahre 1853 erwarben Franziskanerinnen Teile des Klostes. Sie errichteten in Au eine Mädchenschule die 1940 aufgelöst wurde und 1950 neu gegründet wurde. Das Kloster diente während des Zweiten Weltkrieges als Lazarett und später als Kinderheim. Heute befinden sich hier eine Schule mit Tagesstätte für geistig Behinderte, ein integrativer Kindergarten und eine heilpädagogische Tagesstätte. Diese entstanden 1970 und wurden ständig erweitert.
Die Stiftskirche ist eine Wandpfeilerkirche. Sie beeindruckt besonders durch ihre reiche, farbige Stuckausstattung. Zum Teil stammt diese von unbekannten Stukkatoren aus den Jahren 1715-1748 und zum Teil musste sie rekonstruiert werden, da die Kirche bei einem Brand 1969 schwer beschädigt wurde. Sehenswert sind die Deckenfresken besonders in der Kuppel, die der Wasserburger Maler Franz Mareis schuf.

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Seiten-Nr.: 630, Stand: 15.05.2007
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