
Kloster Ettal
Das Kloster Ettal liegt zwischen Loisach und Ammertal auf 900m. Während des ganzen Jahres kommen Besucher hierher. Das Kloster Ettal entwickelte sich zu einen der bedeutendsten Benediktiner Klöster im Alpenraum. Heute beherbergt es neben dem Kloster Ettal auch ein Gymnasium mit Internat und die Klosterbrauerei mit Brauereimuseum.
Im Jahre 1330 stiftete Kaiser Ludwig IV. der Bayer das Kloster Ettal. Zweck der Gründung war die Sicherung der Verkehrswege (der Handelsstraße Augsburg – Verona), die Erschließung der Gegend und die Errichtung einer Stiftung für Ritter und ihre Frauen. In den Jahren 1330 – 1370 wurde die gotische Zwölfeck Kirche erbaut. Am 5. Mai 1370 wurde die Kirche in Anwesenheit der herzoglichen Familie durch den Bischof von Freisinger geweiht. Grundstein der Kirche bildete von Anfang an ein aus Pisa mitgebrachtes Marienbild, die Ettaler Madonna. Seit dem 15. Jhd. brach eine Wallfahrt zur Madonna aus. Im Jahre 1619 wurde der Klostergasthof gegründet und die bis heute ununterbrochen bestehende Brauerei wurde errichtet. Ab dem Jahre 1709 gelangte das Kloster zur eigentlichen Blüte. Es erhielt neue Aufgaben. So wurde eine Ritterakademie gegründet. Die Folge waren umfangreiche Baumaßnahmen und die Klosteranlage erhielt ihr heute noch barockes Aussehen. Im Jahre 1744 zerstörte ein Großbrand während der Umbaumaßnahmen die bisher bescheidene Kirche und Klosteranlage. Sie wurde neu aufgebaut. Die Baumeister waren der Münchener Hofarchitekt Enrico Zucalli und der Wessobrunner Josef Schmutzer. Im Jahre 1803 wurde das Kloster Ettal säkularisiert. Bis 1897 gab es wechselnde Besitzer. Zur Wiederbegründung des Klosterlebens kam es im Jahre 1900.
Die Klosteranlage kann besichtigt werden. In der Klosterkirche ist besonders beeindruckend das Kuppelfresko. Ein Werk von Johann Jakob Zeiler. Es stellt die Gründungsgeschichte des Klosters Ettal dar. Weiterhin sehenswert ist das Fresko in der Chorkuppel von Martin Koller. Dort empfängt Christus – im Kreis alttestamentlicher Gestalten – seine Mutter. Besonders erwähnenswert ist das Gnadenbild der Ettaler Madonna. Dieses befindet sich in der Nische des Hochaltars.
Seiten-Nr.: 346, Stand: 22.04.2006