
Kloster Gars
Der Ort Gars am Inn befindet sich in Oberbayern im Landkreis Mühldorf am Inn. Früher gehörte der Markt Gras am Inn zum Erzstift Salzburg. Es war eine geschlossene Hofmark innerhalb Etters. Diese wurde 1803 aufgehoben. Die heutige Gemeinde entstand 1818 im Zuge der bayerischen Verwaltungsreform. Ein Ortsteil von Gars am Inn ist Au am Inn. In Gars un in Au befinden sich Klosteranlagen. In Gars am Inn ist heute ein Redemptoristenkloster und Au am Inn ist heute ein Franziskanerinnenkloster.
Das Kloster Gars am Inn wurde um 768 durch den Salzburger Kleriker Boso im Auftrag des Herzogs Tassilo III. von Bayern gegründet. Etwa um 1125 wurde das Kloster ein Augustinerchorherrenstift und blieb es bis zur Auflösung im Zuge der Säkularisation im Jahre 1803. Das Kloster und der Markt Gras wurden 1648, im letzten Jahr des Dreißigjährigen Krieges, durch die Schweden gebrandschatzt und verwüstet. Das führte in den Jahren um 1660 zu einem Neubau von Kloster und Kirche. Das Kloster entstand in den Jahren 1657 – 1659 und die Kirche wurde 1661-1662 aufgebaut. Die Baumeister waren die Graubündner Christoph und Casper Zuccalli. Die Säkularisationszeit überstanden das Kloster und die Kirche, so dass im Jahre 1858 die Redemptoristen das Kloster übernahmen. Von 1907 – 1973 befand sich im Kloster eine Philosophisch-Theologische Hochschule für die Redemptoristen. Heute befinden sich in dem Gebäudekomplex des Klosters auch Teile eines staatlichen Gymnasiums sowie ein Institut für Lehrerfortbildung.
Die barocke Stiftskirche ist eine Wandpfeilerkirche, wo nur noch sehr wenig an die mittelalterliche Vergangenheit erinnert. Besonders sehenswert in der Kirche sind die Grabdenkmäler. Die schönsten befinden sich im südlichen Eingang, darunter das Epitaph für Jörg Fraunberger von Haag. Weiterhin sehenswert in der Kirche sind eine spätgotische Pietà aus dem Jahre 1430 im rechten Seitenaltar und eine Kreuzigungsgruppe von Christian Jorhan aus dem Jahre 1762 links im Langhaus.
Adresse:
Kirchplatz 10
83536 Gars am Inn
Karte:
Seiten-Nr.: 629, Stand: 15.05.2007