
Passionsspielhaus
Im Gefolge des Dreißigjährigen Krieges kam 1632 die Pest nach Oberammergau. Im Pestjahr 1633 gelobte der Rat, alle 10 Jahre das Leiden und Sterben des Herrn aufzuführen, wenn die Pest aufhöre. Die Pest ging und so wird bis heute jedes Jahrzehnt die Passion Christies aufgeführt. Im Jahre 1634 zum Pfingstfest führten die Oberammergauer die Leidensgeschichte erstmals auf. Die Bühne stand auf den frischen Gräbern der Pesttoten auf dem Friedhof.
Der Text entstand aus zwei Passionsspielen aus Augsburg, die schon vor 1634 miteinander verbunden wurden. Ein Text stammt aus dem Kloster St. Ulrich und Afra aus dem 15. Jhd. Der zweite stammt vom Meistersingers Sebastian Wild von 1566. Die heutige Fassung stammt vom Oberammergauer Pfarrer Daisenberger aus dem Jahre 1860.
Die Passionsspiele werden von Mitte Mai bis Ende September aufgeführt. Die Aufführungen beginnen um 9 Uhr und gehen mit eine dreistündigen Mittagspause bis 17 Uhr. Es treten bei den 14 Bildern aus dem Alten Testament bis zu 1600 Laiendarsteller aus Oberammergau auf. Die nächste Aufführung findet im Jahre 2010 statt.
Das Passionsspielhaus, das für die Millenniums-Aufführung komplett saniert wurde, bietet 4720 Besuchern Platz. Das Haus kann besichtigt werden.
Seiten-Nr.: 297, Stand: 03.04.2004