
Schloss von Thurn und Taxis
Neben Basilika St. Emmeram befindet sich das Schloss der Fürsten von Thurn und Taxis. Der ehemalige Klosterkomplex St. Emmeram ist seit 1812 die ständige Residenz der fürstlichen Familie. 1889 wurde der Südflügel durch einen Neurenaissance-Bau ersetzt.
Die Geschichte der Familie der Fürsten von Thurn und Taxis geht bis in das 12. Jhd. zurück. Das Adelsgeschlecht kommt ursprünglich aus Italien. Franz von Taxis organisierte 1516 für den Kaiser Maximilian im habsburgischen Reich die Post. 1595 erhielt die Familie das erbliche Generalpostmeistersamt im Deutschen Reich und in Süddeutschland. 1608 stieg die Familie in den Reichsfreiherrenstand, 1624 in den erblichen Reichsgrafenstand und 1695 in den Reichsfürstenstand auf. Kaiser Franz I. ernannte 1748 Fürst Alexander Ferdinand zum Prinzipalkommissar beim Immerwährenden Reichstag in Regensburg. Für die Verstaatlichung der Post im 19 Jhd. erhielten die Fürsten beträchtliche Entschädigungen. Seit dem Tod von Fürst Johannis im Jahre 1990 führt seine Frau Gloria das Fürstenhaus.
Im Marstallmuseum können Kutschen, Tragsessel, Schlitten, Galageschirre, Reitzubehör und Sättel betrachtet werden. Man erhält einen interessanten Einblick in das Transportwesen der letzten Jahrhunderte.
Im 1998 eröffneten Schlossmuseum bekommt man einen Überblick über das Leben im 17. bis 19. Jhd. Besonders sehenswert ist der 190 qm große vom fürstlichen Architekten Max Schultze gestaltete Ballsaal. Ein Highlight des Museums ist der Asamsaal (Bibliothekssaal) mit dem Deckenfresko von Cosmas Damian Asam dem Jahre 1737. Die Bibliothek umfasst ca. 12000 bibliophilen Bände aus der fürstlichen Hofbibliothek.
Weiterhin kann der Kreuzgang des Klosters St. Emmeram besichtigt werden.
Seiten-Nr.: 245, Stand: 11.03.2006